In 6 Schritten zur fertigen Klimaanlage
Den Einbau übernimmt ein Betrieb mit Kälteschein. Der Kälteschein ist der Nachweis, dass jemand an Kältemittelleitungen arbeiten darf. Sie selbst sorgen für die Erlaubnis und für einen klaren Plan.
1. Erlaubnis einholen
Mieter fragen den Vermieter, Wohnungseigentümer die Eigentümergemeinschaft. Ohne schriftliche Zustimmung beauftragen Sie keinen Betrieb.
2. Termin vor Ort
Der Betrieb sieht sich Raum, Wände und den Platz für das Außengerät an und legt den Weg der Leitung fest.
3. Angebot
Sie bekommen ein Angebot, das Gerät, Leitungen, Loch durch die Wand, Montage und Inbetriebnahme getrennt nennt.
4. Montage
Der Monteur hängt Innen- und Außengerät auf, bohrt durch die Außenwand und verbindet beide mit Leitungen.
5. Inbetriebnahme
Er pumpt Luft und Feuchtigkeit aus den Leitungen, prüft die Dichtheit und lässt das Kältemittel hinein.
6. Übergabe
Er erklärt Ihnen das Gerät und übergibt Rechnung, Unterlagen und die Angaben zu Kältemittel und Füllmenge.
Was beim Termin vor Ort geklärt wird
Ein Angebot ohne Termin vor Ort ist eine Schätzung. Erst vor Ort sieht der Betrieb, wie dick die Wand ist, wie lang die Leitung wird und wohin das Wasser aus dem Innengerät abfließen kann.
- Größe des Raums und die Kühlleistung, die er braucht.
- Platz für das Innengerät, meist hoch an der Wand.
- Platz für das Außengerät, mit Blick auf Nachbarn und Fassade.
- Weg der Leitung zwischen beiden Geräten und die Stelle für das Loch in der Außenwand.
- Ablauf für das Kondenswasser, mit Gefälle oder mit einer kleinen Pumpe.
- Stromanschluss für das Außengerät.
Beim Montageort für Innen- und Außengerät zählen Kühlung, Kondenswasser und die Ruhe der Nachbarn. Je kürzer die Leitung, desto günstiger der Einbau, denn ein Meter Leitung kostet nach der Preisseite eines Fachbetriebs 15 bis 30 Euro.
So läuft der Einbautag ab
Am Einbautag schraubt der Monteur zuerst eine Halteplatte für das Innengerät an die Wand. Dann bohrt er ein Loch durch die Außenwand, meist 6 bis 8 Zentimeter breit. Durch dieses Loch laufen die beiden Kältemittelleitungen, das Stromkabel und der Schlauch für das Kondenswasser.
Das Außengerät kommt auf eine Halterung an der Fassade, auf den Balkon oder auf einen Sockel am Boden. Danach verbindet der Monteur die Leitungen mit beiden Geräten.
Jetzt kommt der wichtigste Teil. Der Monteur pumpt mit einer Vakuumpumpe Luft und Feuchtigkeit aus den Leitungen und prüft dabei, ob alles dicht ist. Diesen Test verlangt die Prüfung für den Kälteschein ausdrücklich. Erst wenn die Leitungen trocken und dicht sind, öffnet er die Ventile und lässt das Kältemittel aus dem Außengerät in den Kreislauf.
Was Sie bei der Übergabe bekommen
Zum Schluss nimmt der Monteur die Anlage in Betrieb und erklärt sie Ihnen: Bedienung, Einstellen der Temperatur und Reinigen der Filter. Lassen Sie sich zeigen, wie Sie die Filter herausnehmen, denn das ist Ihre Aufgabe.
- Eine Rechnung, die Arbeitslohn und Material getrennt nennt. Die Arbeit können Sie zu 20 Prozent von der Steuer absetzen, höchstens 1.200 Euro im Jahr.
- Die Angaben zu Kältemittel und Füllmenge in Kilogramm. Daraus ergibt sich, ob die Anlage später regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden muss.
- Bedienungsanleitung und Garantieunterlagen des Herstellers.
- Den Namen des Monteurs und die Nummer seines Kälteschein-Zertifikats.
Klären Sie bei der Übergabe auch die Wartung. Wer seine Klimaanlage warten lassen will, vereinbart den ersten Termin am besten gleich mit.
Was der Einbau einer Klimaanlage kostet
Eine Split-Klimaanlage für einen Raum kostet mit Einbau nach dem ADAC 2.000 bis 5.000 Euro, eine Multi-Split-Anlage für 2 bis 4 Räume 4.000 bis 8.000 Euro. Ein Fachbetrieb aus Bayern setzt für die Installation samt Loch durch die Wand 600 bis 1.200 Euro an, den Rest machen Gerät und Zubehör aus.
Bezahlen Sie per Überweisung und heben Sie die Rechnung auf. Nur dann erkennt das Finanzamt den Steuerbonus für die Arbeitskosten an.
Wer eine Klimaanlage einbauen darf
Einbauen darf nur, wer einen Kälteschein hat. Wer einen Betrieb beauftragt, muss sich vergewissern, dass er ihn hat. Lassen Sie sich deshalb vor dem Auftrag eine Kopie zeigen.
Nicht jeder Heizungs- und Sanitärbetrieb baut Klimaanlagen ein. Fragen Sie, wie oft der Betrieb schon Split-Geräte montiert hat, wer den Stromanschluss macht und ob er die Anlage später auch wartet.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, eine Klimaanlage installieren zu lassen?
Die Montage einer Split-Klimaanlage für einen Raum dauert nach Angaben eines Kälte-Klima-Betriebs meist 4 bis 6 Stunden und ist an einem Tag erledigt. Eine Multi-Split-Anlage für mehrere Räume braucht 1 bis 2 Tage.
Was kostet es, eine Klimaanlage installieren zu lassen?
Eine Split-Klimaanlage für einen Raum kostet mit Einbau nach dem ADAC 2.000 bis 5.000 Euro, eine Multi-Split-Anlage für 2 bis 4 Räume 4.000 bis 8.000 Euro. Wie viel davon auf die Arbeit entfällt, hängt vor allem von der Länge der Leitung ab.
Wer darf eine Klimaanlage installieren?
Eine Split-Klimaanlage darf nur jemand mit Kälteschein installieren, dem Nachweis für Arbeiten an Kältemittelleitungen. Wer einen Betrieb beauftragt, muss sich vergewissern, dass er den Kälteschein hat. Selbst einbauen dürfen Sie eine Split-Klimaanlage nicht.
Was passiert bei der Inbetriebnahme einer Klimaanlage?
Bei der Inbetriebnahme einer Klimaanlage pumpt der Monteur Luft und Feuchtigkeit aus den Leitungen und prüft, ob alles dicht ist. Erst danach lässt er das Kältemittel in den Kreislauf und schaltet die Anlage ein. Zum Schluss erklärt er Ihnen die Bedienung.
Welche Unterlagen bekomme ich nach dem Einbau einer Klimaanlage?
Nach dem Einbau einer Klimaanlage sollten Sie eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Arbeitslohn, die Angaben zu Kältemittel und Füllmenge, Anleitung und Garantieunterlagen bekommen. Fragen Sie auch nach dem Namen des Monteurs und seinem Kälteschein.
