4 Dinge entscheiden über den Platz für das Außengerät
Das Außengerät ist der laute Teil einer Split-Klimaanlage. Darin sitzen der Verdichter und ein Lüfter, der die Wärme aus Ihrer Wohnung an die Außenluft abgibt. Den Platz legt der Betrieb beim Termin vor Ort fest, und zwar zusammen mit Ihnen.
- Luft: Das Gerät muss frei Luft ansaugen und ausblasen können. Eine enge Nische oder eine dichte Verkleidung nimmt ihm Leistung.
- Nachbarn: Je weiter das Gerät von fremden Schlafzimmerfenstern entfernt ist, desto weniger stört es nachts.
- Leitung: Je näher das Außengerät am Innengerät steht, desto kürzer und günstiger wird die Leitung.
- Erlaubnis: Vermieter, Eigentümergemeinschaft und bei Denkmalschutz das Bauamt reden mit.
So weit muss das Außengerät vom Nachbarfenster weg
Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz, kurz LAI, hat einen Leitfaden mit Abständen veröffentlicht, die vor Lärm schützen. Er gilt für Wärmepumpen und Klimageräte. Grundlage ist der Lärmwert des Geräts in Dezibel, den der Hersteller im Datenblatt oder auf dem Energielabel angibt.
Zu diesem Wert rechnen Sie Zuschläge, je nachdem, wo das Gerät steht. Steht es vor einer Hauswand, kommen 3 Dezibel dazu, in einer Ecke oder unter einem Vordach 6 Dezibel. Weiß niemand, ob das Gerät brummt oder pfeift, empfiehlt der Leitfaden weitere 3 Dezibel. Mit dem Ergebnis lesen Sie den Abstand ab.
Bei einem Ergebnis von 50 Dezibel reichen im allgemeinen Wohngebiet 1,9 Meter, im reinen Wohngebiet 3,9 Meter. Bei 60 Dezibel sind es schon 7,6 Meter und 13,9 Meter. Gemessen wird bis zum nächsten Fenster eines Schlaf- oder Wohnraums.
| Lärmwert mit Zuschlägen | Reines Wohngebiet | Allgemeines Wohngebiet | Misch- oder Dorfgebiet |
|---|---|---|---|
| 45 Dezibel | 1,9 Meter | 1 Meter | 1 Meter |
| 50 Dezibel | 3,9 Meter | 1,9 Meter | 1 Meter |
| 55 Dezibel | 7,6 Meter | 3,9 Meter | 1,9 Meter |
| 60 Dezibel | 13,9 Meter | 7,6 Meter | 3,9 Meter |
| 65 Dezibel | 23,7 Meter | 13,9 Meter | 7,6 Meter |
Ein Beispiel: Ein Außengerät mit 52 Dezibel hängt an der Hauswand, das ergibt 55 Dezibel. Im allgemeinen Wohngebiet sollte es dann mindestens 3,9 Meter vom nächsten fremden Fenster entfernt sein. Die nächtlichen Grenzwerte für die Lautstärke des Außengeräts gelten vor dem Fenster des Nachbarn, nicht am Gerät.
Wo das Innengerät hängen sollte
Das Innengerät hängt meist hoch an einer Wand, damit die kühle Luft sich im Raum verteilt. Am einfachsten ist eine Außenwand, durch die die Leitung direkt nach draußen führt. Dann braucht es kein langes Rohr durch die Wohnung.
Achten Sie darauf, dass der kalte Luftstrom nicht direkt auf Bett, Sofa oder Schreibtisch zielt. Lassen Sie unter dem Gerät Platz, damit Sie die Filter herausnehmen können. Die Filter reinigen Sie nach dem ADAC alle 3 bis 6 Monate.
Kurze Leitungen sparen Geld
Zwischen Innen- und Außengerät laufen zwei Kältemittelleitungen, ein Stromkabel und ein Schlauch für das Kondenswasser. Ein Fachbetrieb aus Bayern berechnet die Leitung mit 15 bis 30 Euro je Meter. Jeder Meter kostet also Material und Arbeitszeit.
Wie lang die Leitung höchstens sein darf und wie viel Höhe sie überwinden darf, legt der Hersteller für jedes Gerät fest. Bei langen Leitungen kann es nötig sein, Kältemittel nachzufüllen. Die gesamte Füllmenge gehört dann ins Übergabeprotokoll.
Wohin das Kondenswasser abläuft
Beim Kühlen sammelt sich im Innengerät Wasser aus der Raumluft. Bei fest eingebauten Split-Geräten führt eine Kondensatleitung das Wasser ab, und diese Leitung darf nicht verstopfen, schreibt die Verbraucherzentrale.
Am einfachsten läuft das Wasser mit Gefälle durch das Loch in der Wand nach draußen. Geht das nicht, etwa an einer Innenwand, pumpt eine kleine Pumpe das Wasser ab. Sie kostet nach der Preisseite eines Fachbetriebs 150 bis 250 Euro. Klären Sie auch, wo das Wasser draußen hinläuft, damit es nicht auf den Balkon darunter tropft.
Wann Bauamt, Vermieter und Eigentümer mitreden
Mieter brauchen für jedes Außengerät die Genehmigung des Vermieters, in einer Eigentumswohnung entscheidet die Eigentümergemeinschaft, schreibt der ADAC. Einen Bauantrag brauchen Klimageräte nach dem LAI-Leitfaden in der Regel nicht. Einige Bundesländer schreiben aber Abstände zur Grundstücksgrenze vor.
In denkmalgeschützten Gebäuden sind Außengeräte teils verboten oder genehmigungspflichtig, warnt der ADAC. Sprechen Sie dort früh mit dem Bauamt. Ob Sie für das Außengerät eine Baugenehmigung brauchen, hängt auch von Ihrem Bundesland ab.
Häufige Fragen
Wie weit muss das Außengerät einer Klimaanlage vom Nachbarn entfernt sein?
Der Abstand des Außengeräts zum Nachbarn hängt von seinem Lärmwert und vom Wohngebiet ab. Nach dem LAI-Leitfaden reichen bei 55 Dezibel samt Zuschlägen im allgemeinen Wohngebiet 3,9 Meter, im reinen Wohngebiet sind es 7,6 Meter. Gemessen wird bis zum nächsten fremden Fenster.
Darf das Außengerät einer Klimaanlage in einer Ecke stehen?
Ein Außengerät darf in einer Ecke stehen, wird dort aber lauter. Zwei Wände werfen den Schall zurück, der LAI-Leitfaden rechnet dafür 6 Dezibel dazu. Vor einer einzelnen Hauswand sind es 3 Dezibel.
Wie lang darf die Leitung zwischen Innen- und Außengerät sein?
Wie lang die Leitung zwischen Innen- und Außengerät sein darf, legt der Hersteller für jedes Gerät fest. Kürzer ist besser, denn ein Meter Leitung kostet nach der Preisseite eines Fachbetriebs 15 bis 30 Euro. Bei langen Leitungen kann es nötig sein, Kältemittel nachzufüllen.
Wohin läuft das Kondenswasser einer Split-Klimaanlage?
Das Kondenswasser einer Split-Klimaanlage läuft meist mit Gefälle durch das Loch in der Wand nach draußen. Wo das nicht geht, pumpt eine kleine Kondensatpumpe es ab. Die Leitung darf nicht verstopfen, sonst tropft das Innengerät.
