Wärmepumpe und Klimaanlage arbeiten nach demselben Prinzip
Eine Klimaanlage holt Wärme aus dem Zimmer und gibt sie draußen ab. Eine Wärmepumpe macht es umgekehrt: Sie holt Wärme aus der Außenluft und bringt sie ins Haus. In beiden steckt dieselbe Technik mit Kältemittel, Verdichter und zwei Wärmetauschern.
Viele Split-Klimaanlagen können beides. Im Sommer kühlen sie, im Winter heizen sie. Ein solches Gerät heißt Luft-Luft-Wärmepumpe, weil es Wärme aus der Außenluft direkt an die Raumluft abgibt. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale beschreibt es als Klimagerät mit Heizfunktion.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt die Wärme dagegen an Wasser ab. Das Wasser fließt durch Heizkörper oder die Fußbodenheizung und füllt den Speicher für warmes Wasser. Damit ersetzt sie die ganze Heizung, während ein Split-Gerät nur den Raum versorgt, in dem es hängt.
Was Wärmepumpe und Klimaanlage kosten und können
Am günstigsten ist eine Split-Klimaanlage mit 2.000 bis 5.000 Euro samt Einbau. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kostet je Gerät 5.000 bis 10.000 Euro, für ein ganzes Einfamilienhaus nennt co2online 12.000 bis 17.500 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostete 2026 im Schnitt 36.000 Euro, betriebsfertig und mit Abbau der alten Heizung.
| Frage | Split-Klimaanlage | Luft-Luft-Wärmepumpe | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|---|
| Wofür? | Einzelne Räume kühlen | Einzelne Räume heizen und kühlen | Ganzes Haus heizen |
| Warmes Wasser? | Nein | Nein | Ja |
| Kühlen? | Ja | Ja | Mit passender Anlage leicht |
| Preis mit Einbau | 2.000 bis 5.000 Euro | 5.000 bis 10.000 Euro je Gerät | 36.000 Euro im Schnitt |
| Förderung? | Nein | Ja, wenn sie zum Heizen dient | Ja |
Den großen Preisunterschied macht nicht das Außengerät aus. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht Speicher, Rohre und oft neue Heizkörper. Die Luft-Luft-Wärmepumpe bläst die Wärme direkt in den Raum und spart sich das, kann dafür aber kein warmes Wasser machen.
Wann eine Klimaanlage zum Heizen reicht
Eine Klimaanlage mit Heizfunktion lohnt sich vor allem dort, wo es keine Zentralheizung mit Wasser gibt. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt zwei typische Fälle: den Tausch einer Gasetagenheizung und den Ersatz von Nachtspeicheröfen. Sie rät aber, Luft-Luft-Wärmepumpen nur in gut gedämmten Häusern einzusetzen.
Der ADAC sieht Split-Geräte zum Heizen außerdem in Anbauten, Dachgeschossen und ausgebauten Kellern und als Zusatzheizung im Frühjahr und Herbst. Wie viel das Heizen mit der Klimaanlage im Alltag spart, hat die Stiftung Warentest 2026 gemessen.
Wollen Sie mit dem Gerät auch heizen?
Soll das Gerät die ganze Heizung samt warmem Wasser ersetzen?
Dann passt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Lassen Sie vorher prüfen, ob Ihre Heizkörper dafür geeignet sind.
Eine Klimaanlage mit Heizfunktion reicht für einzelne Räume oder als Ersatz für Etagenheizung und Nachtspeicher. Warmes Wasser braucht dann eine eigene Lösung.
Eine Split-Klimaanlage nur zum Kühlen reicht. Sie kostet mit Einbau 2.000 bis 5.000 Euro.
Die Nachteile einer Klimaanlage als Heizung
Eine Klimaanlage heizt mit warmer Luft, und das hat Folgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt diese Nachteile gegenüber einer Heizung mit Wasser.
- Kein warmes Wasser. Dafür brauchen Sie einen Durchlauferhitzer oder ein anderes Gerät.
- Luftzug. Der Luftstrom aus dem Innengerät kann unangenehm sein.
- Geräusche. Innengerät und Außengerät sind zu hören.
- Staub. Der Luftstrom wirbelt Staub auf.
Dazu kommt, dass Luft viel weniger Wärme trägt als Wasser. Ein Split-Gerät muss deshalb viel Luft bewegen, um einen Raum warm zu bekommen.
Wie sparsam Wärmepumpe und Klimaanlage heizen
Aus einer Kilowattstunde Strom machen Luft-Luft-Wärmepumpen über das Jahr 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme, schreibt die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Sie empfiehlt Geräte, die mindestens 3,5 schaffen. Co2online rechnet etwas vorsichtiger mit 2,5 bis 3,5.
Wie sparsam ein Gerät heizt, steht auf dem Energielabel als SCOP. Das ist die Zahl, die angibt, wie viel Wärme das Gerät im Lauf einer Heizperiode aus einer Kilowattstunde Strom macht. Ab einem SCOP von 4,6 erreicht ein Gerät die Klasse A++, ab 5,1 die Klasse A+++. Im Alltag liegt der Wert meist darunter, weil das Gerät bei Frost abtauen muss.
Förderung für Wärmepumpe und Klimaanlage mit Heizfunktion
Eine Klimaanlage, die nur kühlt, fördert der Staat nicht. Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion zählt bei der KfW dagegen als Luft-Luft-Wärmepumpe, wenn sie zum Heizen dient. Dann gibt es wie für die Luft-Wasser-Wärmepumpe mindestens 30 Prozent Zuschuss.
Dafür muss das Gerät die Klasse A++ oder A+++ beim Heizen erreichen und einen großen Teil der Heizarbeit übernehmen. Den Antrag für die Förderung einer Klimaanlage stellen Sie, bevor die Arbeiten beginnen.
Kann eine Wärmepumpe auch kühlen wie eine Klimaanlage?
Ja, aber schwächer. Eine passende Wärmepumpe kann im Sommer kühles Wasser durch die Fußbodenheizung schicken. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie nennt dafür eine Abkühlung der Raumluft um 4 bis 6 Grad und betont, dass das keine Klimaanlage ist.
Eine Split-Klimaanlage kühlt schneller und stärker, weil sie kalte Luft direkt in den Raum bläst. Wer ohnehin eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung hat, sollte die Kühlfunktion vor dem Kauf einer Klimaanlage prüfen lassen.
Häufige Fragen
Ist eine Klimaanlage mit Heizfunktion eine Wärmepumpe?
Ja, eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie holt im Winter Wärme aus der Außenluft und bläst sie über das Innengerät in den Raum. Die KfW zählt solche Geräte zu den Wärmepumpen, wenn sie zum Heizen dienen.
Was ist günstiger, Wärmepumpe oder Klimaanlage?
Eine Klimaanlage ist günstiger. Ein Split-Gerät kostet mit Einbau 2.000 bis 5.000 Euro, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe 2026 im Schnitt 36.000 Euro. Die Wärmepumpe heizt dafür das ganze Haus und macht warmes Wasser.
Kann eine Klimaanlage warmes Wasser machen?
Nein, eine Klimaanlage kann kein warmes Wasser machen. Sie gibt Wärme nur an die Raumluft ab. Für warmes Wasser brauchen Sie ein eigenes Gerät, etwa einen Durchlauferhitzer.
Kann eine Klimaanlage die Heizung ersetzen?
In einer gut gedämmten Wohnung kann eine Klimaanlage mit Heizfunktion die Heizung ersetzen. Die Verbraucherzentrale nennt den Tausch von Gasetagenheizung und Nachtspeicheröfen als typische Fälle. Im ungedämmten Altbau reicht sie meist nicht.
Wird eine Klimaanlage gefördert?
Nur wenn sie heizt. Eine Klimaanlage mit Heizfunktion kann als Luft-Luft-Wärmepumpe mindestens 30 Prozent Zuschuss von der KfW bekommen. Ein Gerät, das nur kühlt, wird nicht gefördert.
